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Über das Einbinden von lieben Menschen – die nicht mehr leben.

am 4 März von FriederikeIn Allgemein, Blog, Inspirationen, Rund um freie Trauungen2 comments
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Gedenken an Verstorbene bei einer freien Trauung in Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Rhein-Main und weltweit

Eigentlich wollte ich heute etwas zu Eheversprechen schreiben… aber gerade rief mich ein Brautpaar an, das bald mit mir heiraten wird und jetzt das Vorgespräch verschieben wollte. Aus nur all zu verständlichen Gründen: Die Mutter der Braut ist am letzten Wochenende verstorben.

Erstmal: Ich wünsche Euch Beiden und Euren Familien alles alles Gute in dieser schweren Zeit. Ihr schafft das!

Nun zu diesem Blogbeitrag.

Meine Mama ist 2004 an einer Krebserkrankung gestorben. Und es war wirklich eine schwere Zeit für mich.

Acht Jahre später machte mein wunderbarer Mann mir einen Heiratsantrag. Und ich nahm an, klar!

Und auch wenn der Schmerz natürlich über die Jahre nachgelassen hatte, meine Mama fehlte mir in meinen Hochzeitsvorbereitungen sehr. Geschichten, die sie hätte erzählen können, ihr Vorbereitungswahn, ihr Einfallsreichtum, ihr Organisations- und Improvisationstalent. Und allen voran fehlte mir die Mama, die mich liebt, mit meiner Schwester und mir quiekend das Hochzeitskleid hätte aussuchen können, ihre Freude, ihre Liebe. All das fehlte mir.

Und doch war ich mir sicher: Auch wenn sie leider verstarb bevor Stephan – mein Mann – in mein Leben trat, sie wäre ganz sicher unfassbar stolz auf mich gewesen, dass ich einen so wunderbaren Mann gefunden und mich dazu entschlossen hatte, den Rest meines Lebens mit ihm zu verbringen. Sie hätte Stephan sicher toll gefunden und wäre in den Hochzeitsvorbereitungen sicher völlig aufgegangen.

Deswegen wollte ich, dass sie an unserem großen Tag bei uns ist.

Ich finde, es gibt ganz wunderbare Möglichkeiten, Menschen, die nicht anwesend sein können, einzubeziehen in eine Trauung, ohne dass die Hochzeit plötzlich zu einer Trauuerfeier wird. Ein paar davon möchte ich Euch gerne heute zeigen.

Zuallererst meine Mama:

Als sie fünf war, bekam sie zu ihrem Geburtstag einen Überraschungsbesuch eines Schwipcousins. Mit fünf gelben Teerosen. Und sie hat ihm einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen, weil sie sich so erschrocken hat! Hihi.

Diese Geschichte war seitdem in unserer Familie Tradition und meine Mama bekam zu ihren Geburtstagen immer gelbe Teerosen geschenkt. Und so war sie in der Trauung und auch den Rest des Tages bei uns: Wir hatten einen Platz in der ersten Reihe freigelassen. Naja, fast frei. Dort lagen fünf gelbe Teerosen. Für meine Mama. Später fanden sie ihren Platz in der Nähe des Brauttisches und ich wette: Sie hatte den besten Ausblick 😉

 

Foto: Kate Breuer

Foto: Kate Breuer

Das war meine Mama, aber natürlich habe ich auch schon in andere Trauungen ein mehr oder weniger großes Gedenken eingebaut.

Bei Verena und Christoph lasen die Trauzeugen den Liedtext des Liedes Gracias á la Vida in der Trauung vor bevor das Lied gespielt wurde.

Foto: privat

Foto: privat

 

In der Trauung von Michaela und Sascha wurden Luftballons in der Trauung steigen gelassen, zum „anstubsen“ (so Luftballons kitzeln sicher unter den Fußsohlen, wenn man in so einer Wolke sitzt ;)) und Abschied nehmen.

Foto: Antje Grundmann

Foto: Antje Grundmann

 

Silke und Matthias entschieden sich für eine Laterne für Papa mit einem Bilderrahmen, der die Bedeutung erklärte und baten mich, ihn kurz in der Rede zu erwähnen.

Foto: Trautante

Foto: Trautante

Und: ich habe noch einige Ideen, wie die Menschen, die nicht mehr körperlich anwesend sein können, eingebunden werden können. Von Medaillons am Brautstrauß bis zu Liedern, Gedichten, Blumen… es ist alles möglich. Denn auch bei Verstorbenen ist es doch so: Sie waren ganz besondere Menschen und standen in einer ganz besonderen Beziehung zum Brautpaar. Da dürfen sie doch eigentlich nicht bei der Trauung fehlen. Und egal, ob dezent oder wirklich auch in der Rede erwähnt, ob ganz leise oder für jeden sichtbar: Es holt Eure Liebsten in diesem wunderbaren Moment ein Stück näher.

Und mir hat das sehr gut getan in meiner Trauung. Und ich versichere: Eine Hochzeit ist trotzdem keine Trauerfeier 😉

Also, denkt an Eure Liebsten im besten Sinne, schaut, ob Ihr sie einbinden möchtet und dann überlege ich mir gern etwas für Eure Trauung, was zu Euch passt.

Friederike

PS: Mama und Papa, Oma und Opa leben noch? Na, dann gleich zum Hörer greifen und mal anrufen! <3 Und in nächster Zeit schreib ich Euch dann auch noch, wie man lebende Verwandte einbinden kann 😉

 

 

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