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Alles auf Anfang.

am 21 September von FriederikeIn #trautantentrip, Blog0 comments

Da ist er nun. Der zweite Trautantentrip. Der zweite Versuch.

Es begann letztes Jahr mit einer sprichwörtlichen Schnapsidee.

Ich stand auf einem Supermarktplatz in Dinklage vor einem anstrengenden Hochzeitswochenende. In einer der schwersten Phasen meines Lebens. Frisch getrennt von meinem Ehemann zweifelnd an mir, meinen Entscheidungen, meinem Leben. An allem. Unglücklich.

Da stand ich nun also, wollte mich mit Essen eindecken um mich dann in meinem Hotelzimmer einzuigeln, den Fernseher anzumachen und auf das zu warten, was mich über Wasser hielt in diesem Sommer 2017: die nächste Trauung.

Denn bei all den Zweifeln, als der Frustration und der Trauer in meinem Leben waren sie es, die mich oben hielten: meine Brautpaare und ihre Trauungen.

Und genau diesen Moment auf diesem Supermarktplatz erreichte mich eine Nachricht von Doro und André, die mir schrieben, dass sie sich entschieden hatten, standesamtlich nicht in Deutschland sondern auf Hawaii zu heiraten.

Und als hätte mein Hirn nur darauf gewartet, eine solche Gelegenheit zur Flucht in Ader scheinbaren Ausweglosigkeit zu finden, fing es an zu rufen: „Hey, USA, da darf jeder Trauungen machen, ich fahre mit und verheirate die Beiden!“

Öhm, von dieser Idee war auch ich selbst überrascht. Aber anscheinend hatte ich auf ein genau eine solche Chance nur gewartet. Mein Lebensmut kehrte zurück. Und kurze Zeit später war ich plötzlich nicht nur registrierter Wedding-Minister in Hawaii, ich suchte auch Flüge dorthin heraus.

Aber es sind unglaublich viel Kilometer und damit Flugstunden nach Hawaii. Meine Krankheit erlaubt es mir nicht, so lange zu fliegen… also schaute ich hin und her, wie ich die Flüge nach Hawaii aufteilen könnte. Und bei einem Gespräch mit einer befreundeten Videografin hörte ich mich sagen: „ah, weißt du was? Ich flieg einfach an diese ganzen coolen Orte, verheirate überall Paare, nehm dich mit und wir machen einen epischen Imagefilm für freie Trauungen.“

Und plötzlich war genau das die Wirklichkeit

Das gemeinsam um die ganze Welt fliegen, die wunderbaren Zwischenstationen, der Film und ein Haufen Fotos, die dieses verrückte Projekt dokumentieren.

Denn für die geplante Route und die geplanten 10 Trauungen in Frankfurt, Kapstadt, Rio de Janeiro, New York, Las Vegas, San Francisco, Hawaii, Tokio, Bangkok und Dubai (also wirklich ein mal rund um die Welt) hatten wir nur ein Zeitfenster von 13 Tagen. Eindeutig verrückt.

Und in dieser Phase meines Lebens endlich die Chance, um Abstand zu gewinnen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Und dann saßen wir im Flugzeug. Und wo ich gehofft hatte, dieses Projekt würde mir gut tun, war genau das Gegenteil der Fall.
Bereits auf dem ersten Flug ging mein neuer Koffer kaputt. Ich stellte fest, dass mein Körper diese Reise nicht durchhalten würde, das erste Hotel war ein Abenteuer, die Technik ließ uns bereits am ersten Ziel teilweise im Stich, die zwischenmenschliche Komponente mit meiner Reisebegleitung war eine Herausforderung.

Doch ich fand Lösungen.

Ich kaufte einen neuen Koffer, organisierte Transportation an den Flughäfen (10.000 Schritte nur für den Flughafen sind einfach leider nicht dauerhaft machbar für meine Krankheit und mich), schrieb Trauungen nur als Stichpunkte und improvisierte… doch immer und immer wieder ging irgendwas schief.

Kleinigkeiten. Aber bei einem solchen Projekt kann eine Kleinigkeit das Scheitern bedeuten.

Und dieses Scheitern holte meine Begleitung und mich dann ein. Nachdem wir eine wunderschöne Trauung in Kapstadt am Pinguinstrand gehalten, auf dem Rockefeller Center in New York verheiratet hatten, saßen wir grad mit einem Brautpaar an den Painted Ladies in San Francisco und feierten die Liebe der Beiden füreinander.

Und in genau diesem Moment wurde unser Auto aufgebrochen, das nur wenige Meter neben uns stand. Und es waren nicht nur Kameras, eine Drohne, Laptops und anderes Equipment sowie persönliche Dinge weg, sondern auch der Pass meiner Begleitung.

Und dann ging irgendwie alles ganz schnell…

und lief gleichzeitig wie an Zeitlupe an uns vorbei. Das Polizeipräsidium, der Autovermieter, die Dame an der Fluglinienhotline, das Hotel weil wir bleiben mussten. Der Drugstore, das Konsulat, mein Skytravelagent der die Versäumnisse der Fluglinie wieder ausbügelte, die Mall um persönliche Dinge wieder einzukaufen… und bei allem das unbeherrschbare Gefühl von Unsicherheit, Angst, Überforderung und Machtlosigkeit.

Meine Reisebegleitung und ich redeten nicht mehr viel seit diesem Ereignis. Wir waren mit uns selbst beschäftigt. Und das blieb auch den Rest der Reise so.

Dem Rest der Reise, der blieb: Hawaii. Denn Tokio, Bangkok und Dubai sind ohne Reisepass unerreichbar und ich hatte aus Loyalität beschlossen, mit meiner Reisebegleitung zurückzufliegen, die eben in diese Länder nicht mehr einreisen konnte.

Und so blieben eine wundervolle Hochzeit im Sonnenaufgang auf Hawaii von Doro und André und ein schöne aber für meine Begleitung und mich getrübte Zeit auf Hawaii bevor wir dann die direkte Heimreise antraten.

Und unglücklich zuhause landeten. Zu viel war schief gegangen. Und ging für mich weiterhin schief. Die Versicherung weigerte sich für meinen Schaden aufzukommen, die Kosten (die ich in komplettem Umfang selbst getragen hatte) explodierten. Und meine Reisebegleitung ließ mich komplett im Stich.

Wie und was da genau vorgefallen ist, darauf möchte ich gar nicht genauer eingehen. Nur so viel: ich war zu jedem Zeitpunkt loyal und das wurde schamlos und unverschämt ausgenutzt. Nach wie vor.

So stand ich da.

Mit dem gescheiterten Trautantentrip. Der mich doch eigentlich wieder glücklicher machen sollte. Der mir Perspektiven zeigen und mir Möglichkeiten eröffnen sollte. Ein Scherbenhaufen. Ein sehr teurer Scherbenhaufen.

Und die Erinnerung an sehr viele Arschlöcher.

Aus der echt miesen Phase, in der ich die Idee zum Trautantentrip hatte, war einer noch schlechteren Zeit gewichen.

Doch wisst Ihr, ich war schon immer unglaublich schlecht darin, die Arschlöcher dieser Welt gewinnen zu lassen.

Also kämpfte ich.

Sparte seit letztem Jahr jeden Cent, suchte mir eine neue Reisebegleitung, blockte den möglichen Termin für die Reise und arbeitete und arbeitete und arbeitete, um diesen Traum vom „verheiraten rund um die Welt“ wahr werden zu lassen bis es dann im Juli endlich so weit war und ich mir selbst grünes Licht gab zu fliegen. Rund um die Welt zu fliegen.

Und als wäre es ein Wink des Schicksals wurde dann auch noch das Zeitfenster für den Trautantentrip größer.

Also buchte ich. Wieder.

Und da sind wir nun.

Beim zweiten Versuch rund um die Welt zu fliegen. Menschen zu verheiraten. Glücklich zu machen. Und auch, um mit dem Kapitel und der Krise des letzten Jahres abzuschließen.

Drückt uns die Daumen, dass diesmal alles gut geht.

Ich finde, wir haben es verdient.
Friederike

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