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Ina und Tommy!

Freie Trauung in Heidenheim an der Brenz

Ina und Tommy waren Mitte 20 als sie heirateten. Und bereits seit 10 Jahren zusammen. Genau, eigentlich gibt es da keine Dikussion, ob man heiraten sollte oder nicht. Die Beiden verrieten mir aber im Vorgespräch, dass sie eigentlich immer diskutieren. Miteinander. Und mit allen anderen auch. Und dass sie immer versuchen, allen anderen ihre eigene Meinung aufzudrücken.

Und so gab es für die Beiden eine Trauung der besonderen Art. Eine Podiumsdikussion!
Die Trauzeugen und ich diskutierten was das Zeug hielt: Über die Liebe und die Ehe im Allgemeinen und im Speziellen. Mit allerhand Beiträgen rund ums Brautpaar. Da gab es die gemeinsame Geschichte des Brautpaares, ein Gedicht, das von der Ehe nicht besonders viel hält und ein beherztes Eingreifen der sichtlich ergriffenen Trauzeugin, die dieses Gedicht sofort entkräften konnte. Es gab eingebettete Musik und es gab ein Gedicht, das eigentlich ein Liedtext von Reinhard Mey und damit auch mein persönlicher Soundtrack zu dieser Trauung ist.



Er hört ihre Schritte, draußen im Flur, Dieser Rhythmus ist ihm so vertraut, Wie ihre Gesten, wie der Klang ihrer Stimme, Wie der Duft auf ihrer Haut. Er sieht wie sie geht, wie sie sich bewegt, sieht sie auswendig nach all der Zeit. Und immer ist da, wenn er sie sieht, ein Schauer von Zärtlichkeit. Und er sagt: Du bist mein Ein und Alles, eben So wie ein Teil von mir. Du bist mein Trost, mein Mut mein Leben, Ich komme heim zu dir. Schulter, an die ich mich lehne, Schoß, in dem ich ruh, All meine Hoffnung, all meine Pläne, Mein Ein und Alles bist du! Und sie wird immer sagen: Du bist mein Ein und Alles, eben So wie ein Teil von mir. Du bist mein Trost, mein Mut mein Leben, Ich komme heim zu dir. Schulter, an die ich mich lehne, Schoß, in dem ich ruh, All meine Hoffnung, all meine Pläne, Mein Ein und Alles bist du!
Ich fand und finde, dieses Gedicht passt einfach unfassbar gut zu Ina und Tommy und jedes Mal, wenn ich das Lied höre, denke ich an die Beiden :) Und natürlich hörte die Diskussion damit nicht auf. Es gab Argumente für die Ehe und gegen die Ehe, die sich eigentlich als Argument dafür entpuppten. Es gab Liebeserklärungen, und ganz am Ende gab es natürlich ein Fazit, das die Geschichte und die Eigenarten, Persönlichkeiten und die Zukunft des Brautpaares noch ein Mal zusammenfasste.
Und nach einem Lied, das die wunderbare Dagmara interpretierte, geschah das hier: Hermann Bahr, ein österreichischer Schriftsteller, sagte ein Mal: „Das Gefühl braucht Opposition. Wenn man schon aus Liebe heiratet, sollten wenigstens die Eltern dagegen sein.“ Inas und Tommys Eltern hatten aber ganz und gar nichts gegen die Ehe der Beiden, ganz im Gegenteil. Und so bat ich alle anderen Gäste „in der Hoffnung, dass nach den ausführlichen Erläuterungen und Erörterung der Sach- und Liebeslage im Allgemeinen und im Speziellen auch sonst Niemand der Anwesenden Einwände gegen die eheliche Verbindung der Beiden hätte“ aufzustehen. Und bat die Gäste abzustimmen. Sie sollten bitte die grüne Karte heben, wenn sie für eine eheliche Verbindung von Ina und Tommy wären und sie sollten bitte die rote Karte heben, wenn sie gegen diese Ehe wären. Es wurde fleißig gekruschtelt, ich sah sich aber keine Karten heben. Das hatte eine einfache Erklärung: Sie möchten protestieren, weil Sie keine rote Karte finden können? Naja, Ina und Tommy haben mir verraten, dass sie nur zu gerne anderen Menschen ihre eigene Meinung aufdrücken. Und die ist eindeutig. Sie haben also keine andere Wahl.
:) Natürlich stimmten alle Gäste mit der grünen Karte ab! Es folgten die Ja-Worte, die wirklich wunderschönen selbst geschriebenen Eheversprechen, es wurden Ringe getauscht und die liebe Dagmara sang noch ein wunderschönes Lied bevor ich die Trauung beschloss.
Inna, Tommy, es war mir eine Ehre und eine Freude, Euch verheiraten zu dürfen.

Und wisst Ihr, es war so: Charles Darwin nahm ein großes Stück Papier, malte darauf eine Senkrechte und eine Waagerechte, notierte links „heiraten“ und rechts „nicht heiraten“.
Unter den Vorteilen notierte er: „Trautes Heim, Reiz des weiblichen Plauderns, gut versorgt sein.“

Unter „Nicht heiraten“ schrieb er: „Zeitverlust, viele Störungen, Zwang zum Geldverdienen.“

Charles Darwin heiratete. Und er war Zeit seines Lebens glücklich mit dieser Entscheidung und glücklich mit seiner Frau.

Ich wünsche Euch, dass auch Ihr Zeit Eures Lebens sagen könnt, heute die wunderbarste Entscheidung Eures Lebens getroffen zu haben und dass es sich auch in 50 Jahren einfach wie zu Hause anfühlt. Alles alles Gute.

Friederike

Übrigens: Ein Knallertip vom Fotografen Martin Spörl, der diese Trauung so wunderschön festgehalten hat: Bei Fotos immer so hinstellen, als würde man gerade gehen. Macht unheimlich schlank. Stimmt ;)   _________________________________________ Musik: Dagmara | www.dagmara-live.de Fotos: Martin Spörl | www.martinspoerl.de Trauung: Natürlich Friederike Delong | www.trautante.de oder www.friederike-delong.de :D
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