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Friederike und Stephan!

Bernstein und Wein zum vierten Hochzeitstag

Dieses Jahr war ein schwieriges Jahr.


In sämtlichen Belangen.


Und vor allem in einem:


Wir haben uns getrennt.


Nicht vergessen, den Soundtrack anzumachen.



Einer der wahrscheinlich persönlichsten Momente, die ein Leben mit sich bringen kann. Wenn eine Liebe vergeht.

Wisst Ihr, nach dem rauschenden Fest, der Hochzeit, geht das Leben natürlich weiter. Und manchmal muss man feststellen, dass man bei der Frage aller Fragen und dem großen „Ja“ einfach nicht alle Fakten kannte, die man für die Entscheidung füreinander hätte kennen müssen. Es kommen einfach Dinge hinzu in Zusammenleben und Leben, die nicht planbar sind. Und die dann manchmal einen solch großen Einfluss auf die Persönlichkeit eines Menschen, eines Paares und die Vorstellung einer Zukunft haben, dass die Lebenswege sich wieder trennen sollten. Und wenn man früh genug einsieht, dass es so ist, dann kann man genau das tun. Viele Paare allerdings verpassen diesen Punkt, bleiben zusammen und steuern unaufhaltsam auf einen bösen Rosenkrieg zu.

Wir haben diesen Zeitpunkt gesehen und haben dem Rosenkrieg vorgesorgt. Wir sind uns nicht böse, wir lieben uns noch... aber eben „nur“ als beste Freunde. Eine Zukunft mit einer sehr sehr tiefen Freundschaft steht uns bevor, eine Zukunft als Liebespaar war und ist uns nicht aber mehr möglich.

Und da wir erst Mitte Dreißig sind, fanden wir, wir sollten Beide die Chance auf Liebe und eine gemeinsame Zukunft mit Jemandem anderen haben anstatt uns vielleicht in ein paar Jahren an die Gurgel zu gehen. Und ja, natürlich ist das schwierig, aber wir finden, es ist eine sehr erwachsene Entscheidung und fühlen uns (mal abgesehen vom großen Kummer weil alleine leben eben komisch ist), wohl mit dieser Entscheidung.

Und damit ein herzliches Willkommen zu unserem vierten Hochzeitstag!
Für den vierten Hochzeitstag gibt es mehrere Themen, die als Motto herhalten können. Das ist, wie immer, natürlich historisch bedingt.
So kann man an diesem Tag quasi wählen zwischen Seide, Bernstein, Leinen, Wachs und Wein. Entweder danach, in welcher Region man wohnt oder einfach nach den eigenen Vorlieben.

Wir hatten für dieses Jahr geplant, einen kleinen Urlaub an der Ostsee zu machen für unseren Hochzeitstag. Und daher das Thema Bernstein ausgewählt. Denn wenn man eine solche Wasserliebhaberin ist, wie ich das bin und noch dazu die Vorfahren von der Oststee kommen, was läge da näher?

Also hatte ich gleich nach unserem letzten Hochzeitstag einiges geplant inklusive wunderschöner Dekorationen in Braun- und Türkistönen mit viel Treibholz, wir hatten eine wundervolle Fotografin an Bord und alles war gut.

Und dann überholte uns das Leben.

Aus einem Liebespaar wurden beste Freunde, Stephan musste zum Hochzeitstag arbeiten, ich steckte mitten in der Hochzeitsaison und alles ging drunter und drüber.

Wir überlegten hin und her zwischen „wollen wir das Shooting überhaupt machen?“ und „wie denn?!“ und „ist das nicht komisch?!“ und landeten doch immer wieder bei einer Erkenntnis: Warum mit etwas aufhören, wenn wir noch nicht geschieden sind. Warum aufhören, wenn wir uns doch weiterhin lieben und warum aufhören, wenn das Ende doch durchaus etwas ist, was erzählt werden will?

Und so beschlossen wir, das Ende zu erzählen. Wir entschieden uns für den wundervollen Steven Herrschaft als Fotografen, weil seine rauhe und unverfälschte Handschrift genau das richtige war um uns so einzufangen, wie wir nun mal sind mit unserem ganz eigenen Humor, unserer ganz eigenen Dynamik und unserer ganz eigenen Persönlichkeit als Paar und dann ging es ab auf ein Stoppelfeld – denn unser erster Tanz vier Jahre zuvor war Fields of Gold in der Version von Eva Cassidy.

Und dann war die Party vorbei.
Die Party ist vorbei!

Das ist sie doch, die Hochzeit: Ein rauschendes Fest der Liebe. Egal, ob ganz klein oder riesengroß gefeiert wird, so ist sie eben doch eines der höchsten Lebensfeste, die es geben kann. Das Ja zueinander, um gemeinsam durchs Leben zu gehen.
Und dann geht das Leben weiter. Und irgendwann ist die Hochzeit, sind die Flitterwochen und das Hochgefühl der ersten Monate vorbei. Und der Alltag kehrt wieder ein. Und irgendwann stellt man fest: Die Party ist vorbei.

Und genau das ist der Grundgedanke unseres diesjährigen Hochzeitstages.

Wie in jedem Jahr mit einigen Dingen, die uns seit der Hochzeit begleiten, vor allem aber voller Symbolkraft an jeder Ecke: Mit gefrorenem Hochzeitswein, mit umgeworfenen Gläsern, die wir einst für unsere Hochzeit gekauft hatten. Mit Scherben aus Karamell, stellvertretend für den Bernstein und den Verlust, den wir haben... fast wie beim verschwundenen Bernsteinzimmer. Mit einer umgeworfenen Torte... obwohl das tatsächlich gar keine Absicht war.

In jeder Ecke dieses Shootings in diesem Jahr steckt der Abschied voneinander.

Wir wollten aber trotzdem keine traurige Zeit miteinander verbringen. Denn auch, wenn die Wolken langsam lila werden, so feiert man doch die Zeit davor und ist noch nicht traurig, dass die Party vorbei ist. Denn die Zeit miteinander war doch wundervoll!!!
Zum Wohl!

Und ab hier Fragen, die mir gestellt wurden... zu unserem vierten Hochzeitstag. Vielen Dank, denn ohne wäre es wirklich noch schwerer geworden, diesen Beitrag zu verfassen. Also...

„Wie habt Ihr Euch gefühlt während des Shootings?“

*grins* Eigentlich war es wie immer... Stephan war latent genervt und ich rannte über das Stoppelfeld, drapierte Zeug und war in Hektik. Aber eine Sache war in diesem Jahr anders: Uns war bewusst, dass das hier vielleicht das letzte Mal sein würde. Und so lag natürlich Trauer in der Luft, aber auch Vertrautheit nach all den Jahren miteinander. Und eben Abschied nehmen. Besonders komisch war das Shooting aber ansonsten nicht, denn wir wohnten zum Zeitpunkt des Shootings sogar noch zusammen und sind ja nach wie vor beste Freunde. Wir feierten tatsächlich, dass wir eine so lange und tolle Zeit miteinander hatten über die vergangenen über 11 Jahre und versprachen uns mehrfach während des Shootings, dass wir es schaffen, uns nicht zu streiten. Dass wir tatsächlich beste Freunde bleiben.

Und bisher klappt das wirklich sehr gut... was man an den Fotos auch sieht :)
„Würdest du, rückblickend auf die letzten Jahre, etwas anders machen?“

Mh, ich finde es meistens müßig, darüber nachzudenken, ob ich lieber dieses oder jenes anders gemacht hätte. In dem Moment der Entscheidung fällt man eine Entscheidung ja vollkommen bewusst und mit bestem Wissen und Gewissen. Die Entscheidung hatte also ihre Berechtigung und war gut.

So richtig viel ändern würde ich auch gar nicht und ich bin froh um jeden Moment, den ich mit Stephan hatte, auch die Ehe bereue ich nicht im geringsten – eigentlich gibt es gar nichts, was ich bereue und wir haben uns Beide nichts vorzuwerfen – eine Sache allerdings würde ich anders machen: Ich würde Stephan noch viel öfter zeigen, was für ein toller Mann er ist.

Und wegen der folgenden Aktion bekamen wir übrigens Besuch von der Polizei... angeblich würden zwei Menschen nackt um ein Feuer tanzen, eine dritte Person läge regungslos daneben und, ach ja, Müll abgeladen hätten wir auch noch. Bei diesen Anrufen wäre auch ich ausgerückt... auch wenn genau nichts davon stimmte :D
„Und wie geht es nächstes Jahr weiter?“

Ganz ehrlich? Wir haben keine Ahnung. Ursprünglich war geplant, im kommenden Jahr gemeinsam nach Las Vegas zu fliegen und dort mit einem Elvisimitator noch ein Mal ja zueinander zu sagen. Was sollte besser passen zur „Gummihochzeit“ als das?
Allerdings lernen wir gerade erstmal, Single zu sein und haben natürlich keine Ahnung, wie das Miteinander in einem Jahr aussieht. Also müssen wir diese Frage leider offenlassen. Wir wissen es schlicht und ergreifend nicht. Sowohl Ihr als auch wir werden uns also überraschen lassen müssen ;)
Übrigens, die Dienstleister in diesem Jahr, denen ich wundervoll dankbar bin für die schnelle, unkomplizierte und wundervolle Umsetzung meiner Ideen zum Abschied:
Steven Herrschaft | Fotografie | toll wie immer
Zaubernuss Mainz | Floristik | hat unglaublich toll meine sehr grobe Idee umgesetzt
Kristin vom TresJolie Beautyatelier | Haare und Make-up | im Ernst, perfekt zerstörte Haare und Dramatik pur. Es war einfach perfekt durch und durch
Und mein wundervolles Team, allen voran Claudia, die mir dieses Wahnsinnskleid genäht hat <3 <3 <3
Aber genug der Worte... manchmal fehlen sie sogar mir.

Nur eines noch:
Danke für 11 wunderbare Jahre, ich hoffe, noch sehr viele als beste Freunde werden folgen, Stephan. Liebe Liebe! <3
Tschüss.
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