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Kinder bei Hochzeiten

am 20 Februar von FriederikeIn Allgemein, Blog0 comments

Kinder auf Hochzeiten im Allgemeinen und Kinder in Trauungen im speziellen 😉

Alea Horst, eine ganz wundervolle Hochzeitsfotografin aus der Nähe von Limburg sagte mal über meine Trauungen, dass sie sich oft die Trauung damit „vertreiben“ würde, nach den Kindern zu schauen und festzuhalten, wie sie unruhig und dadurch unglaublich lustig und fotogen werden. Und dass das eben bei meinen Trauungen nicht ginge. Nicht, weil da keine Kinder wären, nein, sondern weil die Kinder mir gebannt zuhören und zuschauen würde.

Und ich danke Alea Horst sehr für dieses Kompliment.

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Aus der Trauung, in der Alea vergeblich nach einem sich langweilenden Kind suchte 😉 Foto: Alea Horst

Und doch bin ich mir sicher, dass ich mich ein wenig unbeliebt machen werde mit diesem Blogpost: Denn – naja – Kinder gehören meines Erachtens nicht in freie Trauungen.

Höchstwahrscheinlich sehen das ganz viele meiner Kolleginnen und Kollegen ganz anders und sicher finden die einen oder Anderen, ich lehne mich mit diesem Beitrag zu weit aus dem Fenster, diktiere zu viel oder bin einfach nur offensichtlich eine Kinderhasserin *grins*, aber dieses unbeliebt machen nehme ich jetzt mal in Kauf und schreibe Euch was über eines meiner Lieblingsthemen in Sachen Hochzeit: Kinder!

Und das erwartet Euch in diesem Artikel über Kinder bei Hochzeiten und Kinder bei freien Trauungen, bei denen Ihr mich gern Verfechterin von Kinderrechten nennen dürft 😉

Liebe Gäste: lasst die Kinder zuhause!
Liebe Brautpaare: kümmert Euch um die Kinder!

Aber wie?! So:

Und in welchem Alter was?!

Und wie Ihr Kinder gut in eine freie Trauung einbinden könnt, das erzähl ich Euch dann demnächst mal 😉

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Kinder bei Hochzeiten und Kinder bei freien Trauungen.

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers Hochzeitsmotto Mittelalter

Hach <3 Foto: Ines Njers

Die meisten Brautpaare antworten auf die Frage, ob Kinder bei der Trauung anwesend sein werden mit einem verklärten Blick und wundervoller Vorfreude auf strahlende Kinderaugen. Das ist wundervoll und ja, viele von uns haben ganz sicher die wunderbare Vorstellung von tollen süßen kleinen Rackern während der Trauung.

Nur leider vergessen sie eines dabei völlig: Hochzeiten sind eigentlich nichts für Kinder. Und Trauungen – sorry – schon gar nicht.

Nur einen kleinen Moment darüber nachgedacht, wird ziemlich schnell klar, wie eine Trauung sich für Kinder anfühlen muss:
„Da sitze ich als Kind zwischen 10 bis 250 Erwachsene auf einer Bank oder einem Stuhl, kann nur Rücken sehen und soll still sein. Weil all die Großen dasitzen und einem Menschen zuhören, der da vor diesen ganzen Menschen steht und irgendwas erzählt über eine Prinzessin in einem weißen Kleid und einen Prinzen, die ich aber weder sehen kann noch irgendwie kennen würde. Und das ist so laaaaaaaangweilig! Wie lange das wohl dauert? Ich möchte viel lieber spielen, rumtoben und Hunger habe ich auch. Ob es nachher was zu essen gibt?“

Und spätestens jetzt wird dieses Kind unruhig.
Und das ist erstens vollkommen normal und zweitens vollkommen richtig so!!!

Ich hätte als Kind damals auch keinen Bock gehabt, in einer Trauung rumzuhängen. Das ist kein Kinderjob!

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers Hochzeitsmotto Mittelalter

Sag ich doch 😉 Foto: Ines Njers

Kinder sind nicht dafür gemacht, eine Dreiviertelstunde bis Stunde (oder manchmal sogar noch länger) einfach ruhig auf ihrem Hintern zu sitzen und irgendjemandem zuzuhören. Trauungen sind was für Erwachsene und meines Erachtens quält man Kinder nur, wenn man sie dazu zwingt an einer Zeremonie teilzunehmen.

Also tut das nicht!

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers Hochzeitsmotto Mittelalter

Dafür sind Kinder gemacht! Für`s Rumtoben und die Welt entdecken! <3 Foto: Ines Nerjs

Denn wirklich Spaß hat man in einer Trauung frühestens ab acht Jahren (Mädchen vielleicht schon ab sechs ;)) und auch dann nur, wenn man das Brautpaar wirklich gut kennt. Und selbst dann muss die Trauung irgendwie „cool“ sein, damit sie wirklich Spaß macht.

Kleine Kinder wissen oft noch nicht mal, dass sie diese Menschen, die so ungewohnt angezogen sind und von denen da vorn von dieser Person gesprochen wird, wirklich persönlich kennen. Sie erkennen sie in den Hochzeitsoutfits und so stark hergerichtet einfach nicht. Und haben dann Angst vor dem Brautpaar. Tatsächlich!

Aus all diesen Gründen ist für mich ganz eindeutig: Kinder gehören nicht in Trauungen!

Nun ist das aber leider Brautpaaren und Gästen leider nur sehr selten zu vermitteln. Eben weil sie aus Erwachsenensicht denken, Kinder in Trauungen noch nie beobachtet haben und eine verklärt romantische Vorstellung davon haben, wie niedlich doch Kinder bei Hochzeiten wären.

Die Realität ist aber meistens nicht zu vergleichen mit der Vorstellung von hübsch angezogenen braven Kindern, die still vor sich hinspielen und zufrieden sind mit einer Butterbrezel. Und das ist auch richtig so, denn für solch ein Benehmen sind Kinder nun mal nicht gemacht!

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers Hochzeitsmotto Mittelalter

*grins* spannender als jede Trauung der Welt: alte Gemäuer und dunkle Ecken 😉 Foto: Ines Njers

Viel zu oft langweilen sich Kinder bei Hochzeiten, laufen weg, drehen durch und toben viel zu wild und bringen dann manchmal sich selbst und sogar andere in Gefahr und rauben nicht nur den Eltern sondern meistens auch Dienstleistern und am Ende auch anderen Gästen und Brautpaaren den letzten Nerv. Das ist ätzend!

Es tut mir Leid, aber so ist leider die Realität 😉

Und nochmal: Ich bin nicht gegen Kinder, ich bin aber dafür, dass man sie nicht dazu zwingt, Dinge zu tun, auf die sie eigentlich keine Lust haben! Denn dafür sind Kinder nicht gemacht!

Deswegen hier ein paar grundsätzliche Tipps, wie das Leben mit Kindern auf Hochzeiten viel einfacher sein kann! Und der erste ist gleich der mit dem ich mich wahrscheinlich unbeliebt machen werde, bitte verzeiht mir 😉

hochzeit mit kindern von friederike delong die trautante als rednerin für freie trauungen gibt tipps für den umgang mit kindern auf hochzeiten

Die dürfen das! Eigene Kinder sollten übrigens immer zum Brautpaar dürfen. Immer immer immer immer immer! <3 Foto: Steven Herrschaft

Liebe Gäste, lasst die Kinder zuhause!

Es ist ein höchst heikles Thema. Und auch, wenn ich oft von meinen Brautpaaren höre, sie würden eigentlich gern ohne die Kinder feiern, fühlen sich die meisten Paare am Ende eben doch „genötigt“, Kinder mit zur Hochzeit einzuladen. Weil die Eltern sonst „beleidigt“ sind und „man das ja nicht einfach so machen kann“. Und im Ernst, wie sage ich denn meiner Familie und meinen Freunden, dass sie bitte ihre Kinder zuhause lassen sollen?

In der Tat reagieren viele Eltern verschnupft, wenn die Kinder nicht mit auf der Einladung stehen. Das kann ich gut verstehen, denn die Kinder sind nun mal das höchste Gut der Eltern und ein riesengroßer Punkt in ihrem Leben, ohne den es einfach nicht geht. Und nicht zuletzt hätten viele Eltern ihre Kinder eben gern bei einem solch großen Ereignis dabei.

Am Ende geht es an diesem Tag aber um den Wunsch es Brautpaares und wenn dieser lautet, dass Kinder bitte zuhause bleiben sollen (wenn das irgendwie geht, wir reden hier nicht von kranken Kindern, die auf die Eltern angewiesen sind oder sonstige Spezialfälle), dann sollte man diesem Wunsch entsprechen.

Hier hilft es Euch als Brautpaar nur, mit den entsprechenden Eltern ganz offen zu reden, warum Ihr Euch zu diesem Schritt entschlossen habt, der Euch ganz sicher nicht leichtgefallen ist. Denn die Gründe, Kinder nicht zu Hochzeiten einzuladen, sind – gerade bei kinderlosen Brautpaaren – ziemlich einfach zu verstehen.

  • Es ist der Tag des Brautpaares. Dieser eine. Kinder allerdings ziehen Aufmerksamkeit auf sich mit hübschen Kleidchen, hübschen Frisuren und einfach, weil sie so niedlich sind (auch wenn sie gerade den Blumenkorb umgekippt haben, das Geschirr vom Tisch reißen oder unter dem Kleid von Oma Inge stecken und schmollen *giggle*)
    Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Steven Herrschaft Hochzeitsmotto Wasser

    Na, wer hat hier jetzt wohl den Aufmerksamkeitskontest gewonnen? Das ich nicht schlimm, aber schade 😉 Foto: Steven Herrschaft

  • Kinder haben aus den oben genannten Gründen meistens gar keine Lust auf Hochzeiten zu gehen, denn Hochzeiten sind aus Kindersicht einfach oft eine Albtraumveranstaltung: Sie dürfen nicht laut sein, nicht rumtoben, sich nicht dreckig machen und werden ständig ermahnt wegen irgendetwas. Ich kann wirklich verstehen, dass Kinder Hochzeiten oft wirklich richtig doof finden 😉
  • Es tut mir Leid, aber es ist leider eine Wahrheit: Auch wenn Verwandte vor Hochzeiten gern beteuern, was für eine Freude es wäre, bei der Beaufsichtigung der Kinder zu helfen, damit Mama und Papa in Ruhe mitfeiern können: Kaum Jemand hat dann wenn es so weit ist, bei Hochzeiten wirklich Lust, auf die Kinder aufzupassen. Schade. Aber es ist einfach nicht möglich, das Sektglas und gleichzeitig ein Baby zu halten, wenn die Party eigentlich grad richtig losgeht. Und so können die betroffenen Eltern natürlich nie so richtig ganz und vollkommen selbst mitfeiern. Was ebenfalls schade ist. In den wenigsten Familien- und Freundeskreisen funktioniert das, sorry!
  • Es ist ein kleines Argument, aber es ist eines: Kinder auf Hochzeiten kosten natürlich Geld, sie sind nicht einfach nur Anhängsel, sie essen, sie trinken, sie brauchen Beschäftigung. Und wenn eine Hochzeit wirklich kindgerecht sein soll, dann ist das durchaus ein größerer Kostenfaktor, der das Hochzeitsbudget wirklich strapazieren kann. Eben gerade dann, wenn man den Kindern wirklich gerecht werden möchte. Und selbst dann haben die meisten Kinder einfach kaum Etwas davon, leider.
  • Abgesehen vom Hochzeitsbudget des Brautpaares, strapazieren Kinder auf Hochzeiten auch das Budget ihrer Eltern. Denn wenn die Kinder schon mitgehen, dann sollen sie auch schön aussehen. Und gleichzeitig wieder das Thema Beschäftigung oder bei älteren Kindern noch die „Bestechung“, damit die Kinder überhaupt mitgehen „möchten“. Wie gesagt, ein kleines Argument (und die meisten Brautpaare und Eltern werden diese Kosten gern auf sich nehmen), zu vernachlässigen sind sie aber aus meiner Sicht nicht.

Und last but not least: Manchmal ist es vielleicht auch ganz schön, wenn Eltern einfach mal feiern könnten wie in alten Zeiten und gleichzeitig Niemandem erklären müssten, wieso sie schon das zweite Glas Wein trinken, oder?

 

Es klingt sehr ketzerisch, aber: Macht das! Lasst die Kinder zuhause oder bei einer guten Betreuung! <3

Genießt als Eltern einfach mal die Ruhe auf der einen und den Trubel der Feierei auf der anderen Seite, habt Spaß mit Erwachsenen statt mit Kinderliedern den ganzen Tag und feiert einfach diesen riesengroßen Moment – eine Hochzeit. Denn die kommt nie wieder!

Ich garantiere, wenn zuhause ein guter Babysitter auf das Kind aufpasst, dann können die Eltern viel unbeschwerter genießen als wenn sie ihre Kinder dabeihaben und beaufsichtigen „müssen“. Denn, um es nicht zu vergessen: Eine Hochzeit findet meist in einem hübsch geschmückten Raum voller Gefahrenquellen statt. Da stehen Kerzen auf den Tischen, Blumen überall, von dem „guten Porzellan“ und der Tatsache, dass man Niemandem die Hochzeit verderben möchte, rede ich gar nicht erst 😉

Liebe Brautpaare, die Ihr versuchen möchtet, eine Hochzeit ohne Kinder zu feiern: viele Eltern verstehen all diese Argumente, sprecht also einfach mit den betroffenen Eltern. Das ist allemal besser, als die Kinder nur nicht in der Einladung zu erwähnen oder sogar ein „Kinder sind nicht eingeladen“ auf die Karte zu schreiben.

 

Liebe Brautpaare, kümmert Euch um die Kinder auf Eurer Hochzeit – speziell und vor allem während der Trauung!

Natürlich gibt es aber auch die wundervollen Brautpaare und Familien, die ein großes Kinderfest aus Hochzeiten machen und genau damit überglücklich sind. Und das ist toll so! Denn wenn eine Hochzeit und eine Trauung kindgerecht gestaltet sind, können sie eben auch ein Riesenspaß für Kinder sein.

Dafür gibt es einige Dinge, auf die Ihr als Brautpaar und somit Gastgeber achten könnt!

 

Kindern Privatsphäre geben!

Wie gesagt, es ist nicht der Job von Kindern, ruhig und still in einer Zeremonie zu sitzen. Wir können es uns als Redner natürlich einfach machen und Euch als Brautpaar empfehlen, eine Zeremonie bei Anwesenheit von Kindern auf keinen Fall länger als 30 Minuten dauern zu lassen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten 🙂

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Steven Herrschaft Hochzeitsmotto Wasser

Wir geben uns alle Mühe, aber für Kinder sind Trauungen, naja, so semispannend 😉 Fotos: Steven Herrschaft

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Steven Herrschaft Hochzeitsmotto Wasser

Privatsphäre ist hier das Zauberwort.

Sowohl während der Zeremonie als auch für den Rest des Tages ist es wichtig, dass Kindern die Möglichkeit gegeben wird, sich zurückzuziehen und unter sich zu sein. Das heißt natürlich nicht, dass man die Kinder wegsperrt, aber man gibt ihnen damit einem privaten Raum und somit auch den Freiraum zu gehen, wenn der Erwachsenenteil der Veranstaltung einfach grad wirklich zu öde wird. In diesem Raum kann eine Kinderbetreuung stattfinden oder es kann auch einfach ein guter Film laufen auf den möglichst viele der Kinder Lust haben (sonst kommt es zum Streit und das ist auch wieder nicht förderlich). Dort könnten Spiele bereitstehen oder es handelt sich einfach gleich um einen Spielplatz in Sichtweite auf dem die Kinder toben können. Gerade, wenn ausschließlich ältere Kinder anwesend sind, ist das eine gute Möglichkeit, auch ohne Kinderbetreuung auszukommen – eine Playstation kann Wunder wirken 😉

Trautantentipp: Der Kindertisch

Während des Essens dürfen Kinder bitte übrigens ebenfalls Privatsphäre genießen. Ein eigener Tisch für die Kinder ab drei Jahren ist immer eine gute Idee. Dieser kann im gleichen Saal wie die Tische der Erwachsenen stehen, wenn eine Kinderbetreuung vorhanden ist, muss er es aber nicht. Hübsch dekoriert sein darf er ja trotzdem.

Und im Idealfall gibt es für die Kinder eigene Gastgeschenke, nämlich Malsachen, Spielzeug und Dinge, mit denen sie sich beschäftigen können. Dazu solltet Ihr als Brautpaar am besten vorher die Eltern des jeweiligen Kindes fragen, womit das Kind am besten beschäftigt ist und auf genau diese Vorlieben eingehen. Das sorgt für viel entspannteres Feiern ohne Langeweile für die Kinder. <3

kindertisch bei hochzeit steampunkt mit der trautante friederike delong foto inka englisch

Der wahrscheinlich coolste Kindertisch der letzten Jahre bei Stella und Alper <3 Foto: Inka Englisch

kindertisch bei hochzeit steampunkt mit der trautante friederike delong foto inka englisch

Und supersüße Gastgeschenke für die Kleinsten bei Doro und André <3 Foto: Trautante herself

Kinder betreuen lassen!

Es ist ein Kinderjob in der Mitte der Aufmerksamkeit stehen zu wollen. Das ist vollkommen richtig so und in ihren Genen verankert, denn das hat Kindern über Millionen von Jahren viele Leben gerettet. Ganz sicher meines auch sehr oft 😀

Auf Hochzeiten allerdings, ist dieser Job irgendwie ein wenig kontraproduktiv, soll doch das Brautpaar wirklich im Mittelpunkt stehen,

Es ist aber leider ganz klar: Sobald Kinder in der Nähe sind, fällt ihnen die Aufmerksamkeit zu. Eben um ihr Überleben zu sichern. Und zwar von allen Gästen, auch von denen, die sonst nichts mit Kindern am Hut haben. Ihr kennt doch das Sprichwort „um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf?“ … Genau.

Also ist es besser, den Kindern diese Aufmerksamkeit zu geben ohne sie dem Brautpaar zu nehmen und trotzdem den Eltern der Kinder die Möglichkeit zu geben, zu feiern: Mit einer Kinderbetreuung!

Im örtlichen Kindergarten finden sich oft Damen und Herren, die für einen kleinen Stundenlohn aufopferungsvoll auf die Kinder achten und mit ihnen spielen, basteln und vielleicht sogar einen Sketch lernen, den die Kinder abends stolz präsentieren können. Und selbstverständlich gibt es auch auf Kinderbetreuung spezialisierte Agenturen – gerade auch für Hochzeiten, was ich Euch sehr ans Herz lege 🙂

Ich rate meinen Brautpaaren IMMER zu einer Kinderbetreuung, wenn sie vorhaben, Kinder auf die Hochzeit einzuladen. Es macht das Fest einfach für alle Beteiligten so viel entspannter. Immer immer immer. Und zwar gerade während der Trauung. Ein „bei der Trauung sollen die Kinder aber doch noch dabei sein“ lasse ich wirklich nur extrem ungern gelten. Denn nochmal: Trauungen machen Kindern wenig bis gar keinen Spaß! Je nach Traurednerin oder Trauredner bzw. Standesbeamte(n) oder Pfarrer(in) langweilen sich Erwachsene schon… wie soll es Kindern da besser gehen? Nur sind Kinder da ehrlicher und machen dann eben Rabatz und halten nicht wie wir großen die Klappe und lassen das über sich ergehen 😉

Pro 10 Kinder sollte übrigens mindestens eine betreuende Person zur Verfügung stehen.

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers Hochzeitsmotto Mittelalter

Viel spannender als still auf einem Stuhl zu sitzen: Eine gute Kinderbetreuung mit Bällebad oder Bastelsachen 😀 Fotos: Ines Njers

 

Kinder mitmachen lassen!

Ein anderer guter Weg, damit Kinder sich als Gäste wohlfühlen und sich nicht nur als nerviges Anhängsel fühlen (was sie dann eben auch zum nervigen Anhängsel werden lässt), ist es, sie ganz bewusst in die Trauung und in die Hochzeit einzubinden und ihnen Aufgaben zu geben. Und es gibt – abgesehen vom Einsatz als Blumenkinder oder Ringträger – noch einen ganzen Haufen weitere Aufgaben, die Kinder übernehmen können. Das könnte das Verteilen von Konfettitüten sein, das enorm wichtige Herstellen von Seifenblasen oder das Fotografieren mit Einwegkameras als rasende Reporter und Berichterstatter während der Hochzeit und und und und und…

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Steven Herrschaft Hochzeitsmotto Wasser

Mitmachen ist halt viel cooler als sich zu langweilen 😉 Foto: Steven Herrschaft

 

Trautantentipp: Die Hochzeitszeitung

Ich habe noch nie verstanden, wieso es eine Hochzeitszeitung bereits während der Hochzeit gibt. Eigentlich wäre es doch viel cooler, wenn die Dankeskarte später mit einer Hochzeitszeitung käme. Die dann eben wirklich von der Hochzeit handelt und den Tag damit noch einmal Revue passieren lässt. Ältere Kinder sind hier die perfekten Redakteure und Fotografen für diese Hochzeitszeitungen.

Und wenn es keine nachträgliche Hochzeitszeitung sein soll, da können die Kinder ihre Interviews, beobachtete Geschichten etc. auch einfach ganz wunderbar an eine Wäscheleine hängen, damit die Erwachsenen unterhalten und auch noch für schicke Deko sorgen. Perfekt. <3

 

Für kindgerechtes Essen sorgen!

Es tut mir wirklich leid, dass ich das so krass sagen muss: Mir tun Kinder auf Hochzeiten regelmäßig leid. Ständig werden sie gezwungen, irgendwo rumzusitzen, sie müssen hübsche (meistens aber völlig unbequeme) Kleidung tragen, dürfen sich folgerichtig nicht dreckig machen und überhaupt kann so ein Hochzeitstag ganz schön lahm sein für Kinder.

Besonders schlimm wird es – aus der höchst subjektiven Sicht meines inneren Kindes 😉 – dann, wenn es ans Essen geht.

Denn im Ernst: Kein Kind der Welt ist dafür gemacht, 1. Erst so spät zu essen wie das bei einer Hochzeit der Fall ist, 2. Von Gang zu Gang zu warten, erst recht wenn dazwischen wie üblich Reden gehalten werden, 3. Rinderfilet mit Rosmarinkartoffeln zu verspeisen und 4. Ewig auf die Hochzeitstorte zu warten, die das Dessert ersetzt. Das ist doch echt nix!

Ihr als Brautpaar solltet also immer darauf achten, dass Kinder ein kindgerechtes Menü bekommen, das im Idealfall VOR dem Essen der Großen serviert wird. Davon haben Kinder einfach viel mehr 🙂

Kinder in Ruhe lassen

An genau einer Sache haben viele Kinder während Hochzeiten wirklich richtig viel Spaß: Tanzen!

Das ist toll, denn dabei können sie sich dann abends nach dem Essen austoben und sind dann irgendwann wirklich kaputt und wollen ins Bett. Und da ist es dann schon wieder das nächste Problem: Jetzt müssten die Eltern das Fest verlassen. Je nach Kinderaufkommen und Anzahl der Elternpaare kann es da durchaus sein, dass um Mitternacht schon so gut wie Niemand mehr da ist. Schade.

Eine gute Möglichkeit, dem zu begegnen ist dann wieder ein privater Raum mit Betten und Matratzen für die Kinder mit entweder einen ruhigen Person als Aufsicht oder einfach einem ganzen Haufen Babyphonen.

So müssen Kinder nicht unbequem auf Stühlen im Saal bei lauter Musik schlafen, die Eltern können weiterfeiern und am nächsten Morgen ist dann – vom etwaigen Kater abgesehen – Niemand quengelig. 😉

Trautantentipp: Die Kinderdisco

Wenn Ihr übrigens Eure Trauung auf den Abend verlegt, dann hat das noch einen großen Vorteil: Während wir draußen die Trauung genießen, können die Kinder eine Kinderdisco veranstalten. Dabei können sich die Kinder schon mal ein wenig zu ihrer Lieblingsmusik verausgaben, der DJ steht nicht nur doof rum nach dem Aufbau (Liebe DJ-Kollegen, nicht böse gemeint, Ich mag es nach wie vor, wenn Ihr die Musik in der Trauung macht ;)) und die Kinder können tatsächlich zu ihrer Lieblingsmusik tanzen. Das ist quasi eine Win-win-win-Situation 😉

 

Das waren also mal ein paar kleine Tipps für den ganzen Tag. Nun, aber was macht Ihr ganz konkret, damit es Kindern in der Trauung gut geht (abgesehen von einer Traurednerin oder einem Trauredner zu engagieren, der nicht genervt ist von Kindern und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt ;))

 

Was für welche Altersgruppe?!

Bevor Ihr eine spezielle Unterhaltung für Kinder plant (unabhängig ob für die Zeit während der Trauung oder für den ganzen Tag), solltet Ihr möglichst viele Infos von den Eltern einholen zu Vorlieben etc. und Euch auch nochmal Gedanken machen über die Altersstruktur der anwesenden Kinder. Denn Bedürfnisse unterscheiden sich ja erheblich nach dem Alter der anwesenden Kinder. Wenn Ihr aber genau Bescheid wisst über die anwesenden Kinder, dann könnt Ihr ihnen das Fest auch wirklich schönmachen 🙂

Unter einem Jahr

In diesem Alter braucht Ihr Euch keine bis gar keine Gedanken zu machen. Die Eltern werden das Kind – im wahrsten Sinne des Wortes – schaukeln 😉

Eine angenehme Rückzugsmöglichkeit für Eltern mit so kleinen Kindern empfehle ich trotzdem immer. Stillen, kuscheln, Windeln wechseln, das alles ist doch schöner, wenn man es als Eltern nicht im größten Tohuwabohu machen muss. Also achtet darauf, dass Eltern wissen, wohin sie mit ihrem Kind in Ruhe zurückziehen können. Und das am besten schon vor der Zeremonie, denn gerade in Trauungen sind Kinder sehr gerne unruhig 😉

Und sprecht unbedingt mit der Traurednerin oder dem Trauredner, wo dieser Ort ist, denn dann kann er oder sie die Paare mit Kindern gleich instruieren und kommt sich nicht vor wie das allergrößte Arschloch, wenn er oder sie nach minutenlangem Weinen des Kindes in der Trauung dann doch (nach vielen inneren Gewissenskämpfen ;)) im nächsten Lied zu den Eltern geht und sie bittet kurz rauszugehen.

Mein Team und ich machen es übrigens mittlerweile so, dass wir für Eltern von kleinsten Kindern immer einen Ausdruck der Trauung dabeihaben. So verpassen sie nichts, selbst wenn sie mit dem Kind an die frische Luft müssen oder so <3

1 bis 4 Jahre

Sie sind die heimlichen Divas in Trauungen 😉

Denn diese Kleinen sind eben zu klein um zu verstehen, was gerade vonstattengeht, sollen aus Elternsicht aber meistens uuuunbedingt an der Trauung und der Hochzeit teilnehmen.

Langweilien sich im Normalfall zu Tode in Trauungen und rennen daher rum (völlig zurecht ;)): Kinder ;) Foto: Steven Herrschaft

Langweilien sich im Normalfall zu Tode in Trauungen und rennen daher rum (völlig zurecht ;)): Kinder 😉 Foto: Steven Herrschaft

Achtet während der Trauung darauf, dass die Kinder gut sehen können und vielleicht auf Decken leicht seitlich sitzen oder im Idealfall mit Kuschelkissen rumlümmeln. So können sie alles mitbekommen, sich aber auch anders beschäftigen ohne damit alle anderen Gäste und das Brautpaar abzulenken. Und wundert Euch nicht, wenn die Traurednerin oder der Trauredner plötzlich mit einem Kind auf dem Arm weitermacht: Der schlimmste Fehler, den Eltern in diesem Alter machen können, ist, das Kind festzuhalten. Es ist sinnvoller, ein Kind hängt uns Hanseln da vorne leise am Rockzipfel, als dass es laut heult, weil es rumrennen möchte. 😉

kinder in einer freien trauung mit friederike delong, der trautante von ines njers

kinder in einer freien trauung mit friederike delong, der trautante von ines njers

Decken machen eben viel mehr Spaß 😉 Beide Fotos: Ines Njers

Ich persönlich plädiere in diesem Alter aber immer für eine Kinderbetreuung im Nebenraum. Immer! Das macht den Kindern mehr Spaß als eine Trauung. Wirklich! Und die Eltern können ganz ohne schlechtes Gewissen oder Ablenkung die Trauung genießen 🙂

Und es ist übrigens gar kein Problem, die Kinder zum Kuss und zum Blumen streuen dazuzuholen, wenn sie ihn sehen wollen 😉

Blumenkinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers

YEAH! So fetzt das doch! Fotos: Ines Njers

Blumenkinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Ines Njers

YEAH! So fetzt das doch! Fotos: Ines Njers

5 bis 10 Jahre

Im Grunde gilt hier das Gleiche wie für die Ein- bis Vierjährigen nur verstehen diese Kinder, wo sie sind, was sie machen (sollen) und dass sie leise sein sollten. Das heißt aber erstens noch lange nicht, dass sie es sind, noch dass ihnen nicht langweilig wäre wie die Hölle.

Wenn Ihr ein bis zwei Kinder in diesem Alter bei der Trauung dabei habt, sollte es für Eure Traurednerin oder Euren Trauredner gar kein Problem sein, ihnen ein paar Aufgaben zu geben und sie damit in die Trauung einzubinden. Wenn es aber ein kleiner Haufen Kinder in diesem Alter gibt, hilft im Grunde wieder wirklich nur die Kinderbetreuung. Denn wir alle kennen das: Kinder im Rudel werden unberechenbar *grins* Und das gilt auch in Trauungen 😉

Kinder bei einer freien Trauung mit der Trautante Friederike Delong Foto von Steven Herrschaft Hochzeitsmotto Wasser

Macht viel mehr Spaß: Mitmachen! <3 #Foto: Trautantenteam

Teenager

Okay, das ist meistens einfach, denn diese Kinder brauchen keine Aufsicht, sie folgen problemlos der Trauung, finden freie Trauungen meistens tatsächlich ganz cool und können sich im Zweifel einwandfrei mit ihrem Smartphone beschäftigen. Wenig Stress für Euch als Brautpaar und für uns als Rednerinnen und Redner 😉

 

Und wir vom Trautantenteam haben zusätzlich eine Kinderkiste im Programm, die unsere Brautpaare einfach und unkompliziert dazubuchen können. Mit lauter Kleinigkeiten, die Kinder in Trauungen ein Stückchen glücklicher machen. <3

 

Und, wie sieht es bei Euch aus, habt Ihr Euch Gedanken um die Kinder auf Eurer Hochzeit gemacht? Habt ihr sie eingeladen oder ausgeladen oder habt Ihr ein paar ulktimative Tipps? Die Kommentarfunktion freut sich auf Euch 😉

Friederike

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